Kapstadt im Schnelldurchlauf

12. Dezember 2019

Mit dem Finale der Intercontinental GT Challenge ist Südafrika zurück auf der internationalen Motorsport-Agenda – ein nahezu historisches Ereignis für alle Beteiligten des Kyalami 9 Hour und der SRO. Und auch für mich war das Rennen nahe Johannesburg nicht ganz unbedeutend: Zum ersten Mal überhaupt bin ich nach Afrika geflogen.

Der Motorsport hat mich in den letzten Jahren an viele Orte geschickt, von Amerika bis Australien, doch der afrikanische Kontinent war nie dabei. Nun kann ich auch das abhaken und außerdem erzählen, dass ich beim ersten internationalen 9-Stunden-Rennen in Kyalami seit 37 Jahren dabei gewesen bin.

Von Johannesburg ging es nach dem Rennen also nach Kapstadt. Mit dem Flugzeug dauert das knapp zwei Stunden. In der Stadt an der Table Bay angekommen, ist die preiswerteste und vor allem einfachste Art sich fortzubewegen ganz klar Uber. Ich habe noch nie so viele Menschen hektisch nach ihrem Fahrer suchen sehen wie am Cape Town International Airport. Dass die Autos einer der drei Hauptstädte Südafrikas alle weiß sind und gefühlt von Toyota oder VW stammen, macht die Suche nicht einfacher.

In Kapstadt angekommen, macht man vor allem eines: wandern. Die Innenstadt selbst ist nur bedingt beeindruckend, die Berge und Strände sind die wirklichen Highlights. Eine Ausnahme: der Hafen, die V&A Waterfront. Sie ist die typische, aber dennoch sehenswerte Touri-Meile, auf der wirklich jeder Souvenir-Jäger fündig wird. Von hier aus kann man auch Robben Island besuchen, die berüchtigte Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela 18 Jahre gefangen gehalten wurde.

Für mich hieß es, in drei Tagen so viel wie möglich zu sehen. Erstes Ziel: der Lions Head. Den Aufstieg auf den 669 Meter hohe Berg am Fuße der Stadt sollte man keineswegs unterschätzen. Wenn in Südafrika von klettern gesprochen wird, ist klettern auch gemeint. Über Stock und Stein kraxelten wir nach oben und wurden nach etwas mehr als einer Stunde mit einer genialen Aussicht belohnt.

Getoppt wurde das in jeglicher Hinsicht aber vom wohl berühmtesten Wahrzeichen der Stadt: dem Tafelberg. Der Aufstieg war noch einmal bedeutend anstrengender. Über zwei Stunden ging es in der prallen Sonne bergauf. Gefolgt sind wir dem „Platteklip Gorge“, über den es im Vorfeld hieß: „Der Aufstieg würde sich anfühlen, als klettere man zwei Stunden lang eine Treppe nach oben“, und genau so war es auch – vielleicht sogar ein bisschen schlimmer. Oben angekommen ist das aber dann völlig egal. Bei Sonnenschein und blauem Himmel hat man einen beeindruckenden Panoramablick aufs Meer und die umliegenden Berge.

Wer danach keine Lust mehr hat, wieder über eine Stunde nach unten zu laufen, keine Sorge! Die Bahnfahrt lohnt sich ebenfalls: Freischwebend geht es 341 Meter in die Tiefe, dabei dreht sich die Gondel einmal um 360°. Davon ist allerdings nicht jeder Fahrgast unbedingt begeistert.

Auch das dritte Ausflugsziel ist zugegeben kein Geheimtipp, aber definitiv einen Besuch wert: das Kap der Guten Hoffnung. Auf dem Weg dahin ist außerdem ein Zwischenstopp ein Muss: der Boulders Beach und seine Pinguin-Kolonie – inklusive Robbe, die auf ihr Mittagessen wartet. Auch am Kap ist letztlich die Aussicht das Beeindruckende. Bei mehreren Aussichtspunkten kann man sich nicht satt sehen, weder am Indischen noch am Atlantischen Ozean!

Fazit der Reise: Kapstadt lohnt sich. Drei Tage sind allerdings viel zu kurz. Rund um die Hafenstadt gibt es unfassbar viel Schönes zu sehen. Für mich stehen die unzähligen Weingüter auf jeden Fall auf dem nächsten Reiseplan.

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