Wiedersehen mit Schadenfreude

12. September 2017

Richy Müllers Liebe zum Motorsport ist hinlänglich bekannt. Einmal wurde ihm diese Liebe jedoch zum Verhängnis – und wir waren daran schuld.

Normalerweise als „Tatort“-Kommissar im Ersten unterwegs, wagte Schauspieler Richy Müller wieder mal einen Start im Porsche Carrera Cup Deutschland. Im Rahmen des sechsten Rennwochenendes der Saison griff er am Nürburgring für unsere Freunde von Project 1 Motorsport ins Steuer.

Mit dem Gaststart bot sich für uns eine nette Gelegenheit, mit Richy über alte Zeiten zu sprechen. Denn der mittlerweile 61-Jährige spielte – wenn auch unfreiwillig – die Hauptrolle in einem unserer spannendsten Projekte.

Blicken wir zurück ins Jahr 2012: Zusammen mit Attempto Racing und dem Team von „Verstehen Sie Spaß“ hatten wir uns zum Ziel gesetzt, Richy Müller an der Nase herumzuführen. Als Vorwand sollte er Gewinner eines Preisausschreibens im Renntaxi um den Lausitzring kutschieren. Die „Gewinner“ waren in Wirklichkeit Schauspieler und ein Preisausschreiben hat es nie gegeben.

Die intensive Planung des Streiches zahlte sich aus: Richy schöpfte keinen Verdacht.

Auch wenn der Dreh schon viele Jahre zurückliegt, erinnere ich mich nach wie vor an jedes einzelne Detail. Von der Ideenfindung bis hin zum Drehtag vergingen Monate, in denen wir an alles denken mussten. Schöpft Richy eventuell Verdacht? Welche Location eignet sich am besten? Und wie lässt sich vor allem ein gesamtes TV-Team in einer Box verstecken? Viele Fragen, die uns vor eine enorme Herausforderung stellten!

Als der Drehtag dann da war, war die Anspannung bei allen Beteiligten spürbar. Hinzu kam, dass das Wetter am Lausitzring hätte schlechter nicht sein können. Für Richy folgte eine Bewährungsprobe nach der nächsten: Unsere Schauspieler machten ihren Job perfekt und ihm damit das Leben schwer. Wir hatten alles dabei: Vom Bodybuilder, der sich ins Rennauto quetschte, bis hin zum arroganten Besserwisser.

Schon bitter, wenn ein „Tatort“-Kommissar selbst zum Opfer wird. Aber man muss sagen: Richy hat sich sehr gut geschlagen – zumindest bis die blonde „Babs“ ins Auto stieg. Wer das Video noch nicht kennt, sollte es sich unbedingt anschauen.

Für uns war das Projekt ein gelungener Startschuss für die Agentur. 5,2 Millionen Zuschauer im Ersten verfolgten damals die Ausstrahlung. Auf YouTube kamen seither eine halbe Million Abrufe hinzu.

Und: Schön, dass Du uns das Ganze nie übel genommen hast, lieber Richy! 🙂

 

Geschrieben von Markus Findeisen

Foto: Jan Bodenbach, Project 1 Motorsport

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